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Vedische Götter


Die vedische Religion gilt als die älteste nachgewiesene Religion Indiens. Basis dieser Religion sind die Veden (Pl. von Veda: "heiliges Gesetz","Wissen"), eine zunächst mündlich überlieferte, später schriftlich fixierte Sammlung religiöser Texte. Sie bestehen primär aus den vier Sammlungen Rigveda (Hymnen), Samaveda (Gesänge), Yajurveda (Opferformeln) und Atharvaveda (magische Formeln). In diesen Sammlungen taucht ein polytheistisches Pantheon zumeist männlicher Gottheiten auf, die in mehrere Gruppen eingeteilt sind.
Hauptthema der Veden ist der Kampf der Götter gegen die Dämonen, sinnbildlich für den Dualismus gut böse oder auch Schöpfung Zerstörung.
Manche der vedischen Götter ( z.B. Vishnu und Rudra ) finden sich später auch im Hinduismus wieder.

alphabetische Auflistung der wichtigsten vedischen Gottheiten



Name Domäne Beschreibung
Aditi Mutter- und Himmelsgöttin, unendlicher Raum Aditi ist die Tochter von Djaur-Aditi, Mutter der Adityas (Amsa, Aryaman, Bhaga, Daksha, Mitra, Pushan, Saktra, Savitri, Tvashtri, Varuna, Vivasvat, Vishnu). Aditi gilt als Gefährtin/Gattin von Brahma, Kashyapa und Vishnus. Sie reitet auf einem Hahn.
Agni Feuer Agni ist dazu verdammt, alles zu vernichten, was er berührt. Er nutzt dies allerdings, um die Flecken alter Schuld zu tilgen und ist daher auch der Gott, der denjenigen Unsterblichkeit vermittelt, die ihre Einheit mit Brahma erreicht haben. Er gilt als Vermittler zwischen den Göttern und den Menschen, da er als Gott des Feuers die Brandopfer entgegennimmt. Sein Reittier ist eine Ziege oder ein Widder.
Brahma alle Existenz Brahma ist der Geist der Welt. Er umfasst alles Sein und er ist die göttliche Essenz, die in jedem Wesen verborgen ist. Alle anderen Götter des Pantheons sind nur ein spezieller Aspekt Brahmas. Brahma besitzt vier Gesichter, eines an jeder Seite seines Kopfes. Ein fünftes Gesicht an der Oberseite des Kopfes wurde durch einen Blick von Shiva ausgebrannt.
Brihaspati Weisheit Gemahl der Tara, Lehrer der Götter.
Dyaus Pita Himmel, Vatergott Gemahl der Prithivi Mata und Vater von Agni, Indra, Surya und Ushas. Sein Symboltier ist der Stier.
Indra Krieg, Wetter Bruder von Agni und Surya. Gemahl von Indrani. Sohn von Dyaus (Himmel) und Prithivi(Erde), die er beide sofort nach seiner Geburt trennt. Er entthronte seinen Vater und riß die Herrschaft an sich. Indra führt als Waffe den Donnerkeil Vajra. Er wohnt in einem Palast auf der Spitze des Weltenberges Meru. Dargestellt wird er meist als riesengroßer, furchteinflössender Krieger mit dickem Bauch, vier Armen und einhundert Hoden. Er reitet den weissen Elefanten Airavata und wird von seiner Hündin Sarama begleitet.
Indrani Zorn, Eifersucht Gemahlin von Indra.
Kali Leben und Tod Kali, die "schwarze Mutter" verkörpert gleichermassen schöpferische und zerstörerische Energien. Kali gilt als Gemahlin von Shiva. Ihr Reittier ist eine Eule.
Lakshmi Liebe, Fruchtbarkeit, Wohlstand Gemahlin von Vishnu. Schwester von Alakshmi. Sie trägt eine Krone aus Blumen, die niemals verwelken. Abbildungen zeigen sie oft von zwei Elefanten flankiert oder auf einer Lotosblüte stehend, Sie reitet (wie ihr Gemahl) ein Garuda oder eine Eule.
Mitra Freudschaft, Licht Mitra verkörpert die angenehmen Seiten der Sonne, Licht und Wärme.
Prithivi Mata Mutter Erde Gemahlin von Dyaus Pita. Ihr Symboltier ist die Kuh.
Puchan Beziehungen, Ehe Puchan ist auch ein Führer. Er wacht über die Reisenden und begleitet sie (auch die Toten in das Reich Yamas). Den Menschen wohlgesonnen gilt er als Gegenspieler von Kali.
Rudra Sturm, Krankheit (auch unter dem Namen Shiva bekannt). Gemahl von Rudasi. Er besitzt die Kraft, Krankheiten zu verursachen, aber auch, sie zu heilen. Letzteres macht er allerdings viel zu selten.
Savitri Leben, Licht Savitri ist die Frau von Brahma.
Shiva Zerstörung (eigentlich ein Aspekt von Rudra, wurde später als eigenständiger Gott angesehen). Shiva versucht durch seine Zerstörungen lediglich, alles wieder mit dem Geist des Kosmos zu vereinen. Er verbrannte mit seinem Blick das fünfte Gesicht Brahmas.
Soma Mond, Orakel Soma ist nicht nur der Name einer Gottheit, sondern auch der einer Pflanze und der des daraus gewonnenen berauschenden Getränkes (das zumeist bei Opferungen zum Einsatz kam). Der Mond gilt als Trinkgefäß, aus dem die Götter das Getränk Soma trinken. Dadurch verändert sich der Mond von Vollmond zu Neumond. In der Zeit von Neumond zu Vollmond füllt sich der Becher wieder auf. Soma vollbrachte viele Heldentaten, das neunte Buch der Rigveda handelt ausschliesslich von diesen. Darstellungen zeigen Soma enteder als Stier oder in Gestalt eines Vogels. Er fährt einen von zehn weißen Pferden gezogenen Wagen.
Surya Sonne, Morgen und Abend Surya ist der Bruder von Indra und Agni. Gefährte (oder Bruder, je nach Quelle) von Ushas. Sohn von Dyaus (Himmel) und Prithivi (Erde), nach manchen Quellen aber auch Sohn von Aditi. Seine Frau war Saranyu, die aber die von ihm ausgehende sengende Hitze nicht ertragen konnte und floh. Seine zweite Frau ist Chhaya. Surya fährt einen (von Vishakarman aus den Strahlen der Sonne gefertigten) Himmelswagen, der von sieben Pferden gezogen wird und von Aruna gelenkt wird. In späterer Zeit wurde Surya mit Savitri verschmolzen.
Ushas Licht Ushas ist die Göttin der Morgenröte. Sie weckt die übrigen Götter und öffnet die Tore zum Himmel, damit Surya die aufgehende Sonne bringen und sie an Savitris Streitwagen binden kann. Surya gilt auch als Geliebter von Ushas.
Varuna (kosmische) Ordnung, Moral Varuna gilt als Wächter der kosmischen Ordnung (Rita). Er bewahrt die moralische und physische Ordnung und wacht über die Einhaltung von Schwüren. Er ist auch der göttliche Richter. Er ist ein sehr gefürchteter Gott, denn er beobachtet ständig die Menschen und bestraft sie für jedes Vergehen gegen das Dharma.
Vayu Wind, Luft, Lebenshauch Vayu ist der Gatte von Vayavi, Schwiegersohn von Tvashtri. Zusammen mit Indra und Agni bildet er eine Göttertriade. Vayu reitet meist auf einer Antilope, verfügt aber auch über einen leuchtenden Wagen. Je nachdem, ob er als Wind, Sturm oder Zyklon auftritt, spannt er zwei oder bis zu tausend rote Pferde vor diesen Wagen. Von dem menschlichen Weisen Narada angestiftet, warf er den Gipfel des Weltenberges Meru ins Meer. Dadurch entstand die Insel Sri Lanka.
Vishnu Erhaltung Vishnu ist der Gatte von Lakshmi, Sohn von Aditi. Er ist Bestandteil der Trimurti, die aus Brahma (Entstehen), Vishnu (Erhaltung) und Shiva(Zerstörung) besteht. Vishnu besitzt vier Arme und Hände, in denen er seine Waffen (eine Wurfscheibe und eine Keule), ein Schneckenhorn und Lotos (als Symbol von Reinheit und Weisheit) hält. Er reitet ein Garuda, eine halb menschliche, halb adlerartige Chimäre.




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